Erhöht das Leben in der Nähe einer Erdöl- oder Bioraffinerie die Gesundheitsrisiken?

Erhöht das Leben in der Nähe einer Erdöl- oder Bioraffinerie die Gesundheitsrisiken?

Erhöht das Leben in der Nähe einer Erdöl- oder Bioraffinerie die Gesundheitsrisiken?

Erdöl- und Bioraffinerien stoßen täglich giftige Schadstoffe in die Luft aus und setzen Anwohner einem erhöhten Gesundheitsrisiko aus. Eine aktuelle Analyse von 54 Studien, die zwischen 1977 und 2024 in 15 Regionen der Welt durchgeführt wurden, zeigt, dass die Bevölkerung in der Nähe dieser Industrieanlagen anfälliger für mehrere schwere Krankheiten ist.

Kinder und Erwachsene, die in der Nähe von Raffinerien leben, haben ein höheres Risiko, bestimmte Krebsarten zu entwickeln, darunter Leukämie, Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Mund- und Kehlkopfkrebs. Mehrere Studien zeigen auch einen Anstieg der Fälle von Asthma, Bronchitis und chronischen Atemwegssymptomen. So haben Kinder, die weniger als einen Kilometer von einer Raffinerie in Italien entfernt leben, ein doppelt so hohes Risiko, an Asthma zu erkranken, wie der nationale Durchschnitt. Herzprobleme wie koronare Herzkrankheiten und Schlaganfälle treten bei Bewohnern in der Nähe dieser Anlagen ebenfalls häufiger auf.

Die gesundheitsschädlichen Auswirkungen sind umso ausgeprägter, je näher die Menschen an der Raffinerie wohnen oder je länger sie dort leben. Eine kanadische Studie beobachtete sogar einen Rückgang der Krankenhausaufenthalte wegen Atemwegsproblemen nach der Schließung einer Raffinerie, was den Zusammenhang zwischen diesen Anlagen und lokalen Erkrankungen bestätigt. Die emittierten Schadstoffe wie Schwefeldioxid, Feinstaub und Benzol verschlimmern bronchiale Entzündungen und reduzieren die Lungenfunktion, insbesondere bei Kindern.

Bioraffinerien, die oft als sauberere Alternative dargestellt werden, stoßen ebenfalls schädliche Substanzen aus. Eine US-amerikanische Studie ergab, dass Anwohner, die weniger als fünf Kilometer von diesen Anlagen entfernt leben, bis zu 264 % häufiger wegen Atemwegsproblemen in die Notaufnahme müssen. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen, die oft in der Nähe dieser Industriegebiete leben, sind einer stärkeren und kumulativen Belastung durch diese Schadstoffe ausgesetzt.

Forscher betonen, dass sich die Studienmethoden verbessert haben, was eine bessere Risikobewertung ermöglicht. Dennoch bleiben die meisten Arbeiten durch ungenaue Expositionsmessungen oder methodische Verzerrungen begrenzt. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Auswirkungen von Raffinerien auf die reproduktive Gesundheit, neurologische Erkrankungen und die Langzeitfolgen von Schadstoffgemischen zu verstehen.

Diese Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit, die Vorschriften zu verschärfen, um die benachbarten Gemeinden zu schützen – durch Begrenzung der Emissionen, Einrichtung von Pufferzonen und Einbindung der Anwohner in Entscheidungen über die Ansiedlung oder Modernisierung dieser Anlagen. Der Übergang zu saubereren Energien darf nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen, indem die Gesundheit der lokalen Bevölkerung geopfert wird.


Données et sources

Source officielle de l’étude

DOI : https://doi.org/10.1007/s40572-026-00530-0

Titre : Health Effects of Living Near Petroleum and Biofuel Refineries: A Systematic Evidence Map and Scoping Review

Revue : Current Environmental Health Reports

Éditeur : Springer Science and Business Media LLC

Auteurs : Marinelle Villanueva; Qi Meng; Jenni A. Shearston; Rachel Morello-Frosch; Lara J. Cushing

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